6 Aspekte, die man bei Landingpages beachten sollte

Simon Vogt

Manche Geschäftsideen lassen einen nicht mehr los. Man malt sich aus, wie groß das Business werden kann und wie viel Potenzial in dem Konzept steckt. Man erstellt hoch komplexe Marktanalysen und sieht riesige Märkte und Absatzchancen. Man rechnet nach optimistischer Daumenpeilung Umsatzzahlen hoch und fängt euphorisch an ein Projekt umzusetzen. Das kann gut gehen, ist aber eher unwahrscheinlich.

Hier kommen Landingpages ins Spiel. Landingpages sind eine perfekte Möglichkeit um Geschäftsideen realitätsnah, mit echten potenziellen Kunden zu testen.

Eine Landingpage ist eine Website, die für einen sehr präzisen Werbe- oder Marktvalidierungszweck verwendet wird. Dabei steht sie nicht allein, sondern ist Teil einer Kampagne. Der Nutzer landet hier, nachdem er die Werbeanzeige angeklickt hat. Dies kann beispielsweise eine Anzeige in einer Suchmaschine sein. Um zu validieren ob eine Geschäftsidee überhaupt Kunden findet, wird auf der Landingpage die Idee übersichtlich dargestellt. Der Nutzer wird animiert möglichst konkretes Interesse, am besten in Form einer Vorbestellung, zu zeigen.

Anhand des Einsatzes von Analytic-Tools werden Parameter wie Klickraten und im Idealfall Vorbestellungen sichtbar. Die Potenziale können dann anhand realer Daten besser eingeschätzt werden. Für die Erstellung solcher Landingpages gibt es ein paar grundlegende Aspekte, die man beachten sollte.

#1 Sorge für eine inhaltliche Übereinstimmung zwischen Werbemittel und Landingpage.

Jede Landingpage sollte inhaltlich auf die Kernaussagen der dazugehörigen Werbekampagne abgestimmt sein und den Nutzer zu genau demselben Thema abholen. Ein roter Faden zwischen Kampagne und Landigpage-Story muss für den Nutzer klar erkennbar sein. Hiermit zeigst Du Deinem Nutzer: Ah super – Hier finde ich genau was ich gesucht habe. Let the conversion begin!

Wie mache ich das:

Verwende die Keywords Deiner Anzeige in Headline oder Seitentitel. Bleibe konsistent, sprich die gleiche Sprache, nutze gleiche Bildwelten und Emotionen, um die Erwartungshaltung des Nutzers zu erfüllen.

#2 Baue Vertrauen auf.

Nutzer geben ihre Daten nicht freiwillig weiter. Jede Weitergabe von Daten ist für Nutzer mit sozialen, ökonomischen und zeitlichen Risiken verbunden. Reduziere diese so gut es geht. Daher sind Vertrauen und Seriosität bei Internetkäufen genauso wichtig wie der Preis. Beachte dabei, dass der Informationsgehalt mit der Komplexität deines Produktes steigt. Je zeitintensiver, kostspieliger und komplexer ein Produkt ist, desto mehr Informationen solltest du dem Nutzer bereitstellen. Dadurch reduzierst Du empfundene Risiken und der Nutzer wird mit höherer Wahrscheinlichkeit konvertieren.

Wie mache ich das:

Verwende ein professionelles Design. Schreibe fehlerfreie Texte. Platziere Dein Firmen-Logo sichtbar, wenn Deine Marke bekannt und gut positioniert ist. Arbeite, wenn möglich mit seriösen Gütesiegeln. Zeige, wenn es zum Produkt passt, auch gerne Bilder von Deinem Team. Das ist ein erster Schritt um eine persönliche Beziehung aufzubauen. Arbeite mit realen Zitaten, Empfehlungen etc. Verwende seriöse Kontaktdaten und -Möglichkeiten. All das sind Erfahrungswerte von uns und vielen anderen. Was für Dich passt, musst Du natürlich selbst herausfinden.

#3 Rufe die zur Aussage passenden Emotionen hervor.

Sind wir mal ehrlich zu uns selbst: Welche Kaufentscheidung wird schon wirklich rational und sachlich getroffen? Die meisten Käufe sind spontan, ungeplant und entstehen durch kurzfristige Emotionen. Sowohl mit Deiner textlichen Aussage als auch mit den dafür verwendeten Bildern solltest Du versuchen aussageunterstützende Emotionen hervorrufen. Trotzdem solltest Du nicht übertreiben, denn Du willst validieren, ob es einen Markt für dein Produkt gibt und nicht zeigen, dass Du eine tolle Marketingkampagne erstellen kannst.

Praxistipp:

Verwende thematisch passende, authentische und professionelle Bilder. Umgehe wo möglich die Verwendung von Stockbildern.

#4 Kommuniziere den Nutzen für Deinen User.

Viel zu oft werden Nutzer mit den neuesten technischen Möglichkeiten und Erweiterungen von Produkten abgeschreckt. Ein einzelnes Merkmal interessiert aber Wenige. Die Vorteile daraus interessieren Einige. Der persönliche Nutzen ist das, was zählt.

Praxistipp:

In Headline und Subheadline muss prominent, knapp und auf den Punkt der klare Nutzen für Deinen User erkennbar sein. Zähle weiter unten gerne Vor- und Nachteile auf. Stelle klar Deinen USP heraus.

#5 Widme Deinem Call-To-Action (CTA) Button viel Aufmerksamkeit.

In der Regel ist der CTA Button die wichtigste, am besten einzige Interaktionsmöglichkeit. Platzierung, Farbe, Text und Kontrast zum Rest der Seite machen Unterschiede in der Konversion von bis zu 40 Prozent aus. Gleichzeitig verzichten wir auf übermäßige Elemente und Navigationsmöglichkeiten, die vom CTA Button ablenken.

Wie mache ich das:

Arbeite mit kontrastreichen und gut sichtbaren Farben, Formen und Elementen. Wähle einen präzisen CTA Text aus. Egal wie oft Dein CTA Button auf der Seite auftaucht, verwende immer den gleichen Inhalt. Verwende aussagekräftige Verben im Imperativ und in der Ich-Perspektive. Bei längeren Seiten ist es ratsam den CTA Button öfter zu platzieren.

#6 Halte den Aufwand für den Nutzer nach dem CTA so gering wie möglich.

Auch wenn Du Deinen Nutzer schon davon überzeugt hast auf den CTA-Button zu klicken, heißt es nicht, dass er bereit ist alle Daten preiszugeben. Anstatt Deinen Nutzer nach Geburtsdatum, Telefonnummer, Adresse, Titel und Haustiernamen zu fragen, nimm was Dir für den Anfang reicht. Frage nach den Daten, wenn Du sie wirklich benötigst. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Praxistipp:

Arbeite schon bei der Konzeption Deiner Kampagne heraus, welchen Zweck Deine Landingpage erfüllen soll. Wir bauen in der Regel Landingpages um Geschäftsmodelle zu validieren, aber natürlich können Landingpages viele andere Nutzen haben wie bspw. ein Produkt zu verkaufen, dann nimm Deinem Nutzer alle möglichen Hürden wie fehlende Zahlungsoptionen. Willst Du Produktinfos bereitstellen? Dann frage einfach nur nach der E-Mail Adresse.

Fazit: Teste, analysiere, lerne und verändere.

Neben all den Erfahrungswerten, die man berücksichtigen sollte muss jeder, der eine Landingpage erstellt und aussteuert, verstehen, dass keine Landingpage perfekt online gehen kann. Wir erstellen Landingpages aufgrund von Hypothesen, die mit jedem einzelnen Besucher konkretisiert werden. Entsprechend passt Du deine Landingpage, den gesammelten Erfahrungswerten an.

Du solltest Deine Landingpage daher so aufsetzen, dass Du möglichst schnell und einfach Elemente verändern kannst. Zeige echten Menschen Deine Seite und frage Sie was nicht verstehen. Wähle Tools, die Dir A/B-Testings oder sogar Multivarianten-Tests ermöglichen. Verwende zur Auswertung Tracking-Tools wie Google Analytics oder Crazy Egg. Hier erhältst Du wertvolle Einsichten wann, welche User, wie auf Deine Seite gefunden haben und wie Sie sich auf Deiner Seite verhalten. Mit diesen gewonnenen Einsichten kannst Du kontinuierlich Deine Landingpage weiterentwickeln.

In diesem Sinne … Viel Spaß beim Konzipieren und Testen.