Fünf einfache Tricks Deinen Chef davon zu überzeugen innovativer zu werden

Daniel Hofmann

Jedes Großunternehmen steckt voller Innovationspotenzial, allerdings nutzen die meisten nur einen Bruchteil davon. Hauptschuld daran haben nicht, wie so oft behauptet, die fehlenden Ideen und Ideenmanagement Prozesse, sondern der fehlende Mut der Führungskräfte.

Mark Zuckerberg’s „the biggest risk is not taking any risk“ bringt das Problem auf den Punkt. Die Welt ist im (digitalen) Wandel und die alten Spielregeln der Industrialisierung gelten nicht mehr. Gut durchdachte und geplante Prozessoptimierungen können die Marktanteile und Monopolstellungen von Großunternehmen nicht mehr vor disruptiven und nutzerzentrierten Startups schützen. No risk, no chance! Eine grausame Realität, gerade für die deutsche, risikoaverse Industrie.

In unserer Arbeit als Trendscouts und Innovationsberater für Großunternehmen begegnet uns dieses Phänomen täglich. Aus diesem Grund möchten wir euch Intrapreneuren und Regelbrechern da draußen fünf einfache Tipps mit auf den Weg geben um eure Vorgesetzten auf zukünftige Bedrohungen und neue Opportunitäten hinzuweisen und eine höhere Risikoaffinität zu schaffen.

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1. Besucht Startups, die in euren Markt drängen
Jeder Markt wird von der Digitalisierung getroffen. Meist tauchen neue Startups auf, die recht unscheinbar erscheinen, nur kleine Marktanteile abgreifen und gleichzeitig aber Teilbereiche des Geschäftsmodells etablierter Unternehmen angreifen. Das Urlaubsverwaltungstool absence.io steht beispielsweise in Konkurrenz zu Platzhirsch SAP und greift deren Kunden ab. Diese Startups zeichnen sich üblicherweise durch ihre Nutzerfreundlichkeit und Schnelligkeit aus. Attribute, die für Großunternehmen üblicherweise unbekannt sind und auf die Führungskräfte regelmäßig hingewiesen werden sollten.

 

2. Sprecht mit ehemaligen Kunden
Feedback einzuholen und aufzuarbeiten ist der erste Schritt zur Lean Startup Methode und sollte seine Daseinsberechtigung in jedem Unternehmen haben. Gibt es neue Konkurrenten, die wir noch nicht auf dem Radar hatten? Fand eventuell überhaupt kein Wechsel statt und unser Service / unser Produkt wurde einfach nicht mehr benötigt. Legt euren Vorgesetzten regelmäßig die Erkenntnisse eurer Feedbackschleifen vor. Eher früher als später werden sie feststellen, dass Handlungsbedarf besteht.
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3. Besucht Forschungsprojekte an euren Universitäten
Zum einen kann man ein gutes Gefühl dafür bekommen, in welche Richtung sich Technologien weiterentwickeln und welche eine Bedrohung in naher Zukunft darstellen könnten, zum anderen könnte man selbst universitäre Forschungsprojekte starten oder unterstützen. Jede größere Stadt hat üblicherweise einen Event, wie „Die lange Nacht der Forschung“. Wichtig dabei ist, die Erkenntnisse transparent dem Unternehmen und somit auch dem Vorgesetzten zur Verfügung zu stellen und aktiv zu verbreiten. Wer weiß, beim nächsten Event gehen die Vorgesetzten eventuell mit.

 

4. Beschießt sie mit Artikeln über neue Geschäftsmodelle
Gute Ideen fallen den meisten Menschen nicht einfach in den Schoss. Das ist auch bei uns Innovationsberatern nicht anders. Die meiste Zeit sind unsere Ideen Adaptionen aus dem Wissen, das wir uns angeeignet haben, und den Ideen, die wir bei anderen gesehen haben. Lesen bildet somit nicht nur, es fördert auch die Kreativität. Schickt euren Vorgesetzten und Kollegen also ruhig den einen oder anderen Artikel mehr. Sollten diese super busy sein könnt ihr auch einfach kurz die wichtigsten Punkte zusammenfassen und sie direkt mit dem Artikel mitsenden. So habt ihr auch immer einen Anknüpfungspunkt, wenn es um neue Innovationsprojekte oder Ideen von euch geht: „Ich hatte Ihnen ja kurz die wichtigsten Punkte des TechCrunch Artikels über Augmented Reality in der Automobilindustrie zugesandt. Ich habe mir hierzu noch ein paar Gedanken gemacht ....“
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5. Ladet junge Kunden ein
Bereitet euch auf die Macken und Bedürfnisse der kommenden Generationen so früh wie möglich vor. Mittlerweile treffen die Digital Natives bereits die Entscheidung welche Waschmaschine gekauft wird (ja, so alt sind wir schon!). Somit kommen demnächst schon die Mobile Natives, die bereits für uns hart genug sind zu verstehen, wenn sie Sprachnachrichten in ihr Handy sprechen und auf Snapchat rumhängen. Haltet diese Unterschiede euren Vorgesetzten so krass wie möglich vor Augen und weist darauf hin, dass es sich hierbei um die Kunden von morgen handelt. Versteht sie am besten schon heute!