Es gibt jetzt ein bisschen mantro im Laden

Jenni Schwanenberg

Wir sind mega, mega stolz – nach zwölf Jahren reiner Software-Entwicklung, haben wir jetzt unser erstes Hardwareprodukt in die digitalen Ladenregale von BayWa und mobene gebracht.

Der OilFox ist ein intelligenter Füllstandsmesser für den Heizöltank. Entstanden ist er vor knapp 18 Monaten gemeinsam mit einem großen Energiekonzern.

Start des Ventures lag, wie viele unserer Produkte, in einem gemeinsamen Ideation-Workshop. Ziel war es, Ideen für neue interessante Geschäftsfelder im Energie-Bereich zu finden. Mehr als 50 Ideen entstanden im Workshop. Die vielversprechendsten haben wir in die Validierung genommen, wovon eine der OilFox war.

Idee: mit Hilfe einer Hardware den Füllstand eines Heizöltanks messen, diesen via App sichtbar machen, Verbrauchsprognosen berechnen, Preisentwicklungen beobachten und letztlich Öl per Klick bestellen. Unser Team war begeistert! Dass niemand der Anwesenden jemals eine Hardware gebaut hat, zählten wir eindeutig zu Kleinigkeiten, von denen wir uns nicht aufhalten lassen wollten.

Für den ersten Prototypen kauften wir kurzerhand alle benötigten Dinge im Netz und im Baumarkt zusammen und löteten Patient 0 quasi auf dem Schreibtisch. Mit ersten Tests auf kleinen 30-Liter-Tanks nahm die Idee langsam Formen an und das Team konnte sich über eine erste Finanzierung freuen. Damit validierten wir die Idee am Markt (quantitativ mithilfe einer Landingpage, qualitativ durch Salesgespräche mit Mineralölhändlern) und starteten anschließend die Hardwareentwicklung. Glücklicherweise mit wundervollen neuen Mitarbeitern, die von da an aus unserer Hobby-Löt-Bank ein ernstzunehmendes Hardware-Lab entwickelten.

Foxy 1.0 in unserem Büro. So stolz jetzt seine großen Brüder im Regal zu sehen.

Wir gingen den OilFox ebenso agil und mit straffem Zeitplan an, wie unsere üblichen Softwareprojekte und schafften es damit nach einem Jahr nicht nur ein marktreifes Produkt zu haben, sondern auch große Mineralölhändler als Vertriebspartner zu gewinnen. Wahnsinn war dabei ein hilfreicher Partner.

Userzentriert heißt an den Markt sprinten, nicht gehen.

Für uns war klar: ein IoT-Produkt zu entwickeln, darf nicht sieben Jahre dauern. Mit dieser Einstellung war es überhaupt nicht leicht Produktionspartner zu finden und die Produktion an sich lief auch bei weitem noch nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten. Nicht selten blieben unsere Hardware-Entwickler bis nachts im Büro, um an dem Produkt zu feilen und alle Macken auszumerzen.

Aber wir haben es geschafft! Unser OilFox steht im Laden.
Und statt der sieben Jahre, haben wir es in nur 18 Monaten geschafft.

Dieser Meilenstein macht uns mega stolz. Wir haben eine fantastische Community um den OilFox herum aufgebaut und hervorragende Vertriebspartner, die uns wertvolles, kreatives und anregendes Feedback geben. Das nächste Level heißt jetzt Skalieren. Dafür haben wir großartige neue Kollegen dazu gewonnen und das mantro-Team löst sich langsam raus.

Sentimentales zum Schluss

Es waren 18 Monate voller Abenteuer, Krisen, Stürme, Überraschungen und einem manchmal unüberwindbar scheinenden Berg an Aufgaben. Das Projekt hat so einige Nervenbänder zerrissen, viele Nachtschichten erfordert und an manchen Tagen fanden wir alles einfach scheiße (“Startup is a rollercoaster”). Aber all dem zum Trotz: es hat sich verdammt nochmal gelohnt! Ob wir es wieder machen würden? Oh ja!